Chinabesuch 2009

Gäste aus Anhui bei der BBS1 Northeim

 

Die chinesischen Besucher vor der Europaschule BBS 1
 
Blick in die Arbeitstagung: rechts: Egbert Angrick, Leiter BBS 1
 
3 Praktikanten (v.l.): Katharina H., Steffen T., Johanna G.
       

 

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Zusammen mit Li Bingyin, stellvertretender Direktor des Ministeriums für Berufliche Bildung der chinesischen Provinz Anhui, leiteten sie die siebenköpfige Delegation aus China, die von 23.06. bis 25.06.09 Gäste der Europa-Schule BBS 1 waren.

„Northeim, die Stadt, die Landschaft, die Schule, sind wie eine schöne Frau.“ Ein besseres Kompliment konnte Jing Shihu, stellvertretender Schulleiter des Anhui Business Vocational College und Leiter einer siebenköpfigen Delegation aus China der Rhumestadt und der Europa-Schule BBS 1 kaum machen. Im Rahmen der neuen Partnerschaft zwischen der Northeimer Europa-Schule und vier berufsbildenden Schulen der Provinz Anhui (Volksrepublik China) statteten hochrangige Vertreter der chinesischen Partnerschulen sowie der Regierung Northeim und der BBS 1 einen dreitägigen Besuch ab. Das Besuchsprogramm umfasste neben einer Schul- und Stadtführung, gemeinsamen Malzeiten, einer Betriebsbesichtigung und dem Empfang beim Landkreis auch eine mehrstündige Arbeitstagung in der BBS.

Unter Leitung von Schulleiter Egbert Angrick diskutierten  Teilnehmer aus Schule und Wirtschaft sowie dem Studienseminar Göttingen mit den chinesischen Besuchern die nächsten Schritte der gemeinsamen Planung. Bemerkenswert war die große Offenheit der Gäste aus dem Reich der Mitte: Auf aufmerksames Zuhören, eifriges Mitschreiben und kurzer Rücksprache auf chinesischer Seite folgten stets konkrete Fragen und Vorschläge. Auffällig oft fiel auf beiden Seiten das Wort „Freunde“, und die lockere Atmosphäre bewies, dass dies mehr als nur eine Floskel war. Am Ende der Tagung waren sich Egbert Angrick und sein Kollege Jing Shihu einig: „Wir haben gute Ergebnisse erzielt.“ Das abschließende Gastgeschenk der vier chinesischen Schulen an die Europa-Schule BBS 1, Glücksknoten als Symbole der Freundschaft, sagte mehr als Worte. (ue)

Hintergrund: Dies sind die wesentlichen Ergebnisse der Arbeitstagung:

  • Im September werden rund 15 Lehrkräfte und Schüler aus der Provinz Anhui zu einem mehrwöchigen Praktikum in Northeim eintreffen. Besonderes Interesse gilt dem deutschen dualen System der Berufsausbildung.
  • Im Frühjahr nächsten Jahres plant das Fachgymnasium der Europaschule BBS 1 einen Besuch von Schülern in der Provinz Anhui.
  • Ebenso sollen im nächsten Frühjahr weitere Auszubildende der BBS 1 Praktika in chinesischen Unternehmen absolvieren.
  • Auf Vorschlag der chinesischen Delegation prüfen beide Partner die Möglichkeiten der Kooperation im Sekundar II – und Hochschulbereich.
  • In Zusammenarbeit mit der BBS 1  bietet das Studienseminar Göttingen Fortbildungen für chinesische Lehrkräfte an. (ue)

„Eine Hälfte von mir ist noch in China“, sagt Katharina Hoffmann (21, aus Duderstadt). Gerade gestern ist die junge Auszubildende zur Industriekauffrau (Thimm) aus dem Reich der Mitte nach Northeim zurückgekehrt. Gemeinsam mit Johanna Grobecker (21), ebenfalls angehende Industriekauffrau bei Thimm aus Gieboldehausen, Steffen Thomas (22, aus Northeim, Bankkaufmann bei der KSN) und acht weiteren Auszubildenden der Europa-Schule BBS 1 hat die 21jährige ein dreiwöchiges Auslandspraktikum in der chinesischen Provinz Anhui hinter sich. Es ist nicht der Jetlag, der ihr zu schaffen macht. Vielmehr ist sie mit einer Hälfte ihres Herzens in jenem fernen Land geblieben, welches sie kennen und lieben gelernt hat. Auf Ausflügen, Besichtigungen von Betrieben und Schulen, im Gespräch mit Arbeitern und Managern, mit Schülern und Lehrern haben sie viel über die fernöstliche Wirtschaft und Kultur erfahren.

Und in einem sind sich alle einig: Alle Menschen, denen sie begegneten, waren überaus freundlich, hilfsbereit und gut gelaunt und haben den Gästen aus Deutschland jeden Wunsch abgelesen. „Wir haben sehr viele Freundschaften geschlossen“, sagt Johanna Grobecker. Dabei waren es vor allem die Widersprüche, die den jungen Auszubildenden auffielen: Sei es Shanghai als saubere, moderne Metropole im krassen Gegensatz zur großen Armut auf dem Lande; sei es die große Offenheit im einen Betrieb im Kontrast zum Fotografierverbot im anderen. „Manchmal war man sehr bemüht, gewisse Sachen auch nicht preis zu geben“, erinnert sich Steffen Thomas. Beeindruckend war auch der Besuch der Partnerschulen: 60 Schüler in einem Klassenraum, dabei vollkommene Disziplin und eine Woche militärische Grundausbildung für allen Jungen und Mädchen! „Da weiß man erst mal, wie gut man es zuhause hat“, hat Johanna Grobecker erkannt. Dennoch möchten alle drei die Erfahrungen nicht missen: „Wir wollen auf jeden Fall wieder hin!“ kommt es wie aus einem Mund. (ue)

Wie wichtig interkulturelles Wissen im Beruf ist, zeigt folgende Geschichte. Als die Auszubildenden einem Schulleiter als Gastgeschenk eine grüne Baseball-Mütze mit Einbeck-Logo überreichen wollten, konnte die chinesische Deutschlehrerin Nikola gerade noch rechtzeitig einschreiten: Wenn ein Mann in China einen grünen Hut trägt, bedeutet das, dass ihm seine Frau untreu geworden ist! So musste sich der Schuldirektor mit einem Salzstreuer als Geschenk zufrieden geben. (ue)