Am 9. Mai wird jährlich der Europatag gefeiert. An der Europa-Schule BBS 1 Northeim nahm man dies zum Anlass, in der vergangenen Woche im Rahmen einer Feierstunde die 15 diesjährigen Absolventinnen und Absolventen der Zusatzqualifikation „Europakaufmann-/frau“ zu entlassen. Zusammen mit ihnen freuten sich zahlreiche Gäste, die in der Feierstunde nicht nur die Überreichung der Abschlusszeugnisse und Europässe, sondern auch sehr interessante Berichte und Präsentationen von den vielfältigen Auslandspraktikumserfahrungen der Absolventen miterleben durften.
Schulleiter Peter Beushausen bezog sich in seiner Begrüßungsrede auf den sogenannten Schuman-Plan, der inhaltlich den Grundstein für das Europa, das wir heute kennen, gelegt hat und als Werte Freiheit, Menschenwürde und Demokratie herausstellte. „Zur Freiheit gehört natürlich auch die Freiheit zu reisen. Der Euro erleichtert dabei Vieles. Und man kann nicht nur reisen, sondern auch ein Praktikum machen – mit Förderung durch Erasmus+ und zertifiziert durch einen Europass Mobilität, den wir heute verleihen. Erfahrungen und persönliche Begegnungen können dann zu einem Wachsen Europas beitragen, im Sinne der Regierungserklärung von Helmut Schmidt aus dem Jahr 1974 ‚Europa wächst nicht aus Verträgen, es wächst aus den Herzen seiner Bürger oder gar nicht‘.
Anschließend gratulierte Northeims Bürgermeister Simon Hartmann allen Absolven-tinnen und Absolventen zum erfolgreichen Abschluss, aber vor allem zu der vor zwei Jahren getroffenen Entscheidung, eine solche Zusatzqualifikation überhaupt zu ma-chen. „Ich selbst habe damals während meiner Ausbildung ein solches Angebot nicht genutzt und ich bereue das heute noch. Sie haben sich richtig entschieden. Das ist großartig“. Denn während der heutige Verwaltungschef Hartmann als junger Auszubil-dender der Stadt Northeim die Offerte seines Chefs ausschlug und sich gegen ein Auslandspraktikum entschied, machten es seine aktuellen Azubis anders. Erik Kettenbeil, Theresa Richter und Celicia Umlauf absolvierten gemeinsam mit Sophie Virgi-nie Lepoittevin ein dreiwöchiges Auslandspraktikum in Cherbourg, der französischen Partnerstadt Northeims.
In diesem Zusammenhang lobte Hartmann die BBS 1: „Das Besondere an dieser Schule ist, dass der Name „Europa-Schule“ nicht nur ein Motto, sondern eine Haltung ist. Seit einem Vierteljahrhundert ist Internationalisierung im Schulleitbild dieser Schule fest verankert, das ist wichtig, so soll Bildung sein: weltoffen, vernetzt und zukunftsorientiert. Die BBS 1 ist eine Zehn von Zehn“.
Danach folgten Kurzpräsentationen der Absolventinnen und Absolventen mit vielfältigen und interessanten Erfahrungsberichten aus ihren mindestens dreiwöchigen Praktika im Ausland. In diesem Jahr gehörten zu den Zielen die Länder Frankreich, Irland, Niederlande, Österreich, Schweden, Norwegen und Polen. Sogar Japan und Australien als außereuropäische Länder waren dabei. Ein Fazit wurde aus allen Berichten deutlich: Im Ausland werden die Dinge auch im beruflichen Kontext oft lockerer gesehen. Die Praktikantinnen und Praktikanten erlebten Gastfreundschaft und berichteten vielfach von einem Zuwachs an Persönlichkeitsentwicklung, interkulturellem Verständnis und Sprachkompetenz.
Aber um das begehrte Zertifikat für die Zusatzqualifikation „Europakaufmann/-frau“, welche parallel zur normalen Berufsausbildung absolviert wird, zu erhalten, war noch mehr erforderlich: viel Einsatz und Lernbereitschaft sei den Absolventen abverlangt worden, betonte Europa-Teamleiter und Lehrer Marcus Krohn. In den vergangen zwei Jahren seien für seine Schülerinnen und Schüler etwa 80 Abendsitzungen sowie einige Samstage, in denen Fremdsprachenunterricht sowie Lernfeldunterricht in internationalen Geschäftsprozessen abgehalten wurde, in der Summe rund 360 Stunden zusätzliche Unterrichtszeit, zusammengekommen. „Wir sind sehr stolz auf Ihren Erfolg, Sie waren ein großartiger Jahrgang und der kann sich mit einer Durchschnittsabschlussnote von 1,9 wirklich sehen lassen“, so Krohn. Als beste Absolventin wurde Melissa Pahland (KWS) mit einer Abschlusszensur von 1,2 mit einem Buchpräsent des Fördervereins der Schule geehrt.
Koordinator Frank Brennecke, zuständiger Abteilungsleiter für den internationalen Bereich der Schule, der die Feierstunde moderierte, schloss sich den Gratulationen natürlich an: „Frei nach unserem Motto „Lust auf Europa-Liga?“ haben Sie sich auf den Weg gemacht – das ist super. Einfach kann jeder, Sie haben es durchgezogen, herzlichen Glückwunsch dazu!“ Er bedankte sich abschließend nicht nur beim gesamten Europa-Lehrerteam, sondern auch bei den Betrieben, die ihre Auszubildenden ja ins Ausland reisen lassen würden und auf sie in der Zeit verzichten müssten. Zudem nehmen einige Betriebe im Gegenzug auch ausländische Praktikanten auf. Sein abschließender Dank galt dem gesamten IHK-Prüfungsausschuss sowie dem Verwaltungsteam der Schule für die Abwicklung der vielen organisatorischen Aufgaben.

Erfolgreiche Europakaufleute an der BBS 1 Northeim




















