Dass das Thema Stammzellenspende ein für jeden Menschen wichtiges ist, darüber sind sich Maja Arnemann, Nele Kirchhoff, Jael Zoe Schild, Lilly Kempka und Finia Vollbrecht aus der Klasse FOVR12B der Berufsbildenden Schulen I in Northeim einig. „Der Bedarf nach einer Stammzellenspende kann jeden Menschen, egal welchen Alters, treffen. Da wir bereits im familiären Umfeld Erfahrungen mit dieser Art der Erkrankung und der Spende gemacht haben, haben wir es uns zum Ziel gesetzt, auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen“.
Inhaltlich passte das Thema gut in den schulischen Kontext, denn die fünf Schülerinnen befinden sich auf dem Weg zur Fachhochschulreife, deren Erhalt verpflichtend die Planung, Durchführung und Dokumentation eines Projektes vorschreibt. Hierbei galt es zunächst, einen Projektpartner zu suchen, der in Person von Dr. med. Beatrix Pollok-Kopp, ärztliche Leiterin der Zentralabteilung Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Göttingen, schnell gefunden war. Die eigentliche Arbeit aber begann erst dann: nicht nur die Organisation des Projekttages erforderte viel Planung, es galt zum Beispiel auch über die Einhaltung strenger gesetzlicher Vorgaben bei einer Stammzellenspende zu informieren. So ist den beiden beteiligten Personen innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Spende beispielsweise nur ein Briefkontakt erlaubt, erst nach Ablauf dieser Zeit sind persönliche Begegnungen möglich.
All dies gelang den fünf Schülerinnen auf beachtliche Art und Weise. Hilfestellung hatten sie dabei zum einen durch die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen BBS 1 und BBS 2 sowie durch die intensive Unterstützung ihrer Klassenlehrerin Tanja Hey. „Jedes Gruppenmitglied hat bei der Vorarbeit sowie den Planungen wirklich sein Bestes gegeben. Das und auch die große Unterstützung der beiden Schulleitungen hat letztendlich den Erfolg unseres Projektes ausgemacht“.
An zwei Vormittagen Ende April gab es im Rahmen der Projektdurchführung zunächst verständliches und zugleich sehr informatives Hintergrundwissen für ca. 100 interessierte Schülerinnen und Schüler der beiden Berufsbildenden Schulen. Dabei konnten sich die Zuhörer bei zwei leukämieerkrankten Betroffenen direkt über ihre Erfahrungen und ein Leben mit der Krankheit informieren. Finia Vollbrecht aus der Projektgruppe beschreibt gerade diesen Teil der Veranstaltung als sehr emotional: „Zu hören, wie der Tag der Diagnose für die Erkrankten war, was sie empfunden haben und wie der Kampf gegen den Krebs dann für sie begann, hat mich tief berührt“.
Dazu kamen dann noch zwei „Superhelden“ als Redner in der Veranstaltung zu Wort. Leo Polle und Mike Tornow berichteten von ihren Erlebnissen als Stammzellenspender und wie die Spende ihre Leben nachhaltig positiv beeinflusst habe. Mike Tornow, der von seinen Freunden nach der Stammzellenspende den Namen „Iron Mike The Guardian of Life“ bekam, sprach davon, dass für ihn die Möglichkeit, ein Leben zu retten, die höchste Form der Nächstenliebe gewesen sei.
„Besonders erfreulich war, dass sich von den anwesenden Gästen rund 40 Personen direkt für eine Registrierung in der Stammzellenspender-Datei entschieden haben – ein starkes Ergebnis. Das zeigt, wie überzeugend und wirkungsvoll die Veranstaltung war“, lautet das Fazit der Projektgruppe.

Auf dem Foto 1 zu sehen von links nach rechts: Lilly Kempka, Jael Zoe Schild, Dr. Pollok-Kopp, Mike Tornow, Finia Vollbrecht, Maja Arnemann, Marina Hensel