Die Demokratie sei die schwierigste Form, unter der man zusammenleben und Entscheidungen treffen könne und die einzige, die man wirklich lernen müsse, so Olaf Ansorge, Mitglied des Demokratieteams unserer Schule. Dies sei auch der Grund, weswegen nun der erste von hoffentlich noch vielen folgenden Demokratietagen stattfand. An einem bunten Mix aus verschiedenen Workshops diverser Anbieterinnen und Anbieter nahmen daher alle Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Kollegium der Schule teil. Und das allgemeine Feedback der Teilnehmenden war eindeutig – eine tolle Veranstaltung!
Der Demokratietag 2026 ist das Ergebnis eines einjährigen Entwicklungsprozesses des Projektteams „Demokratiebildung an der BBS 1 Northeim – Europaschule stärken“. Das Projektteam, das aus Mitgliedern der schulischen Politik-Fachgruppe und anderen Lehrkräften bestehr, wurde bei der Durchführung zusätzlich tatkräftig von unserem Schülerunternehmen „Sports and more“ unterstützt.
Schulleiter Peter Beushausen formulierte das Ziel, das er mit der Aktion verbinde, in seiner Begrüßungsrede deutlich: „Gemeinsam können wir mithilfe dieser Veranstaltung einen Beitrag zur Stabilisierung demokratischer Werte in unserer Gesellschaft leisten“.
Zur Verdeutlichung zitierte er Joachim Weimann, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Magdeburg, der die Gefahr, einfacher Lösungen bei politischen Entscheidungen beschreibt: „Ein demokratischer Staat hat die Aufgabe, ein komplexes Problem zu lösen. Es stehen zwei Lösungen zur Wahl, eine komplizierte, die schwer zu verstehen ist, das Problem aber löst und eine einfache, die leicht verständlich dargestellt werden kann, aber falsch ist, und das Problem nicht löst. Welche wird die Wahl gewinnen? Vermutlich die leichte, falsche Lösung.“
Abschließend bedankte er sich beim gesamten Demokratieteam, stellvertretend dafür im Besonderen bei den Lehrkräften Olaf Ansorge und Dominik Franke für die gesamte Organisation, sowie allen Workshopanbietenden, die zum Teil aus dem eigenen Haus kamen oder auch von externer Stelle organisiert wurden.
Dazu gehörte auch Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt, die nicht nur an der Veranstaltung teilnahm, sondern selbst zwei Workshops anbot. Sie griff in ihrer Begrüßungsrede ebenfalls das Thema zu einfacher Antworten auf politisch kontroverse Diskussionen auf. Dies verdeutlichte sie anhand einer Frage, die sie selbst oft in politischen Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern höre: Ist es sinnvoll, dass Deutschland den Bau von Fahrradwegen in Peru fördert? Die einfache Antwort darauf sei naheliegend: Nein, das Geld solle lieber in Deutschlands Fahrradwegeausbau gesteckt werden. Steige man aber tiefer in die Thematik ein, sehe man, dass zum einen der Klimawandel ja nicht an Landesgrenzen haltmache; reiche Länder ärmere Länder im Sinne von Solidarität und entwicklungspolitischer Zusammenarbeit unterstützen sollten und vor allem, dass hier auch wirtschaftlichen Interessen Deutschlands gedient sei. Es seien nämlich deutsche Unternehmen, die mit dem Bau wichtiger Infrastruktur in Peru beauftragt seien, was wiederum die deutsche Wirtschaft stärke und Arbeitsplätze auch in Deutschland sichere. Zudem würde Deutschland nun aufgrund der guten Beziehungen beider Länder einen besseren Zugang zu den Rohstoffvorkommen wie z. B. seltenen Erden aus Peru erhalten. Die Frage sei also vielschichtiger und deutlich komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheine, und nicht die einfache oder naheliegende Antwort sei die richtige, sondern eine fundierte und differenzierte Betrachtung der Fragestellung sei erforderlich und führe häufig zu einer anderen, meist komplexeren Antwort.
Neben Frauke Heiligenstadt und schulinternen Referentinnen und Referenten boten unter anderem noch Fabian Gieseke aus dem Stab des Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Frauke Siedenburg vom Zivilen Friedensdienst, ein Team vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Marianne Olliges von der Stadtjugendpflege sowie Vertreter der Rosa-Luxemburg Stiftung und des Vereins Bürger Europas e.V. Workshops an. Außerdem war auch der Demokratiebus des Landkreises Northeim vor Ort.
Dominik Franke, Leiter unserer Politikfachgruppe, war nach der Veranstaltung augenscheinlich sehr zufrieden mit dem Ablauf des ersten Demokratietages an der Schule „Wir sind dankbar für das vielfältige Angebot, das die Workshopinitiatoren unseren Schülerinnen und Schülern geboten haben. Dadurch wurde Demokratie heute wirklich greifbar und wir alle haben einen rundum positiven Tag mit viel Lerninput und einem geselligen Ausklang mit Essen und Trinken erleben dürfen. Dies war nur möglich durch die Förderung aus dem Bundesförderprogramm „Demokratie leben“, welches zur Unterstützung genau solcher Veranstaltungen ins Leben gerufen wurde. Die Entscheidung darüber traf die Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Northeim“.






