„Heute blicke ich in viele freudige und stolze Gesichter – ganz so, wie es der Song A Sky Full of Stars von Coldplay beschreibt. Vor zwei oder drei Wochen sah das noch anders aus“, eröffnete Koordinator Detlef Reimelt die Verabschiedung der 25 Absolventinnen und Absolventen der Fachoberschule Wirtschaft sowie Verwaltung und Rechtspflege. „Sie haben unterschiedliche Wege gewählt, um die Prüfungen der letzten Wochen durchzustehen: Für manche von Ihnen war es entspannt wie ein Spaziergang, andere hingegen setzten auf Glücksbringer und eine beachtliche Menge an Nervennahrung. Aber alle ihre unterschiedlichen Strategien sind aufgegangen. Wir haben heute Grund zu feiern und eure Freude ist sehr ansteckend für uns alle!“.
Zwei Jahre voller Herausforderungen, Erfolgserlebnisse, aber auch Frustrationen würden nun hinter allen liegen: „Sie haben mathematische Grenzerfahrungen gemacht, politische Ereignisse diskutiert, wirtschaftliche Zusammenhänge untersucht und dabei vermutlich mindestens ebenso viel über sich selbst gelernt wie über wirtschaftliche oder politische Zusammenhänge.“ Einige hätten bis zum Schluss zum Teil hart kämpfen und alles geben müssen. „Aber, egal wie der persönliche Weg aussah – unabhängig vom persönlichen Weg habt ihr euer Ziel erreicht und könnt heute eure Zeugnisse der Fachhochschulreife in den Händen halten – herzlichen Glückwunsch dazu!“.
In seiner Rede bezog sich Reimelt dann auf den kürzlich vollzogenen Börsengang des Unternehmens SpaceX und damit verbunden der zumindest zeitweisen Verdoppelung des Unternehmenswertes. „Ab einer gewissen Größenordnung verlieren Zahlen aber wohl ihre Bedeutung. Deshalb frage ich euch: Was macht Reichtum eigentlich aus? Wann ist ein Mensch reich?“. Seine Frage verdeutlichte er mit einem Zitat von Bob Marley: „Manche Menschen sind so arm, dass sie nichts besitzen außer Geld“. Aber natürlich sei Geld nicht gänzlich unwichtig, denn es bedeute Sicherheit und vor allem die Entscheidungsfreiheit, unter verschiedenen Handlungsoptionen zu wählen. Aber Vermögen bringe auch eine große Verantwortung mit sich, die sogar im Grundgesetz verankert sei, nämlich mit dem Vermögen dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen.
„Der größte Reichtum bedeutet am Ende vielleicht, Zeit zu haben. Denn Zeit kann man nicht sparen oder vermehren. Aber wir können Sie teilen, mit Menschen, die uns wichtig sind. Vielleicht sind es gerade diese gemeinsamen Stunden, auch die aus eurer Schulzeit, an die man sich später erinnern wird“. Besonders hob Reimelt hervor, dass die Fachhochschulreife den Absolventinnen und Absolventen neue Möglichkeiten eröffne. Bildung bedeute nicht automatisch materiellen Wohlstand, schaffe jedoch Wahlmöglichkeiten und damit ein hohes Maß an Freiheit und Selbstbestimmung. Die Möglichkeit, den eigenen Lebensweg selbst gestalten zu können, sei eine der wertvollsten Formen des Reichtums.
Abschließend wünschte Reimelt den Absolventinnen und Absolventen ein in jeder Hinsicht reiches Leben. Zum Reichtum gehöre auch die Fähigkeit, Dankbarkeit zu zeigen. Deshalb dankte er dem gesamten Lehrerteam der Fachoberschule sowie dem Verwaltungsteam der Schule. Stellvertretend nannte er die Klassenlehrerinnen Susanne Westphal, Tanja Hey und Kathie Sell, die Teamleiterinnen Thekla Emmermann und Tanja Hey sowie Ivonne Traupe aus dem Sekretariat.
Den Glückwünschen schloss sich auch unser Schulleiter Peter Beushausen an, der die Fachhochschulreife als zweithöchsten Bildungsabschluss in Deutschland hervorhob. „Sie haben nun die Wahl, ihr Abschluss berechtigt Sie zum Studium an Fachhochschulen, Berufsakademien und auch Universitäten. Aber vielleicht ist Ihr Ziel auch der Eintritt in eine Berufsausbildung. Sie haben die Wahl. Und ich hoffe, dass unsere Schule Sie gut auf die damit verbundenen Herausforderungen im beruflichen und privaten Bereich vorbereitet hat. Und noch wichtiger: Sie zum lebenslangen Lernen motiviert hat. Ob wir wollen – oder nicht – unsere sich rapide verändernde Welt – Digitalisierung, Globalisierung, Work-Life-Balance, 4-Tage-Woche, 13-Stunden-Tage, Home Office, …, bedeutet, dass einmal erworbene Kompetenzen nicht bis ans Ende des Berufslebens ausreichen werden.“
Jael Schild und Nele Kirchhoff aus der Schülerschaft der FOW12B-VR12 sprachen über die zwei Jahre Fachoberschule, die für sie aus Stress, Kaffee und vielen anderen Dingen bestand: „Chaos, Improvisation und trotzdem irgendwie durchkommen, das macht uns aus“, zogen sie ihr Resümee. Sie reflektierten die zweijährige Schulzeit, die im ersten Jahr eher aus einer friedlichen Koexistenz bestand. In dieser Zeit waren die Schülerinnen und Schüler neben ihrer Arbeitszeit in Praktikumsbetrieben nur für zwei Tage in der Woche in der Schule. „Im zweiten Schuljahr wurden wir dann zusammengewürfelt und die Reise begann angereichert durch viele gemeinsame und denkwürdige Erlebnisse, unter anderem einer Klassenfahrt nach Berlin: Und Ihr seid alle ein wichtiger Teil dieser Reise“, richteten sie das Wort an ihren Jahrgang. „Wir nehmen heute nicht nur Zeugnisse mit, sondern Erinnerungen – vielen Dank für zwei unvergessliche Jahre und herzlichen Glückwunsch an den Abschlussjahrgang“.
Für die FOW12A-VR12 sprachen Liv Schwarze, Matilda Vorwald und Filiz Meyer, die ebenfalls an viele wertvolle und unvergessliche Geschichten ihrer Schulzeit erinnerten und humorvoll Erlebnisse und Eigenarten ihrer Lehrerinnen und Lehrer beschrieben. Abschließend betonten sie: „Hinter all dem Humorvollen steckt aber etwas Ernstes: Danke, dass Sie so viel Geduld mit uns hatten!“.
Die Klassenlehrerinnen Susanne Westphal, Franziska Kurth, Tanja Hey und Silke Schneeberg konnten in diesem Jahr dann anschließend ihren insgesamt 25 glücklichen Absolventinnen und Absolventen die Zeugnisse über die Fachhochschulreife überreichen.
Auch sie sprachen von vielen positiven Unterrichtserlebnissen, gemeinsamen Reisen, Teambuilding Events und Tagesfahrten. Susanne Westphal gab abschließend allen Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg, sich Zeit zu nehmen und selbstbewusst genug zu sein, anstehende Veränderungen anzugehen: „Das Leben besteht aus Veränderung. Sei die Veränderung, die du brauchst“.
Wegen hervorragender schulischer Leistungen wurden im Bereich Wirtschaft Lilly Peglow (Klassenbeste der FOW12B-VR mit Durchschnittsnote 1,9) und im Bereich Verwaltung und Recht Matilda Vorwald (Klassenbeste der FOW12A-VR mit Durchschnittsnote 1,9) sowie Miao Zhang (FOW12B-VR) für besondere schulische Leistungen mit Buchpreisen des Fördervereins der Schule geehrt. Zudem erhielt Liv Schwarz einen Ehrenpreis für besonderes soziales Engagement.
Für die Teilnahme an einem Ideencampus der Privaten Hochschule Göttingen, bei dem Start-up Ideen ausgearbeitet, weiterentwickelt und auch präsentiert wurden, erhielten anschließend einige Schülerinnen und Schüler noch zusätzliche Zertifikate von der Hochschule.
Mit den besten Zukunftswünschen und dem Lied „Tage wie dieser“ von den Toten Hosen endete der offizielle Teil der Verabschiedung. Zum gemütlich Abschluss lud der Jahrgang 11 der Fachoberschule traditionell wieder zu einem Umtrunk mit Snacks und vielen netten Gesprächen ein.
Absolventinnen und Absolventen der Fachoberschule Schwerpunkt Wirtschaft 2026
Artjom Bazalev (Nörten-Hardenberg); Lea Boot (Northeim); Hamza El Gaila (Northeim); Julien-Joel Heiser (Bilshausen); Zimeng Li (Northeim); Sellammuddin Malok (Northeim), Marcel Matzner (Northeim); Tony Alexander Moor (Northeim); Lars Niemann (Dassel); Ruven Oertelt (Dassel/Lauenberg); Lilly Peglow (Northeim-Höckelheim); Kesong Qu (Northeim); Manar Salim (Northeim); Nika Luisa Schulz (Northeim); Miao Zhang (Northeim)
Absolventinnen und Absolventen der Fachoberschule Schwerpunkt Verwaltung und Rechtspflege 2026
Maja Arnemann (Northeim); Mirja Boeder (Uslar); Lilly Anna-Katharina Kempka (Northeim); Nele Kirchhoff (Bodenfelde); Filiz Meyer (Northeim); Jael Zoe Schild (Gieboldehausen); LivSchwarze (Osterode); Finia Vollbrecht (Northeim); Matilda Vorwald (Rhumspringe)
Foto: Die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen der FOS Wirtschaft sowie Verwaltung und Rechtspflege
