Fachschule Betriebswirtschaft

Fachschule Betriebswirtschaft

Karriereplanung für Kaufleute und aktive Personalentwicklung der Unternehmen

Zu Beginn einer Karriere im kaufmännischen Bereich muss nicht unbedingt ein Studium an einer Hochschule stehen. Wer eine kaufmännische Erstausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, kann sich auch über Weiterbildungsangebote für das mittlere Management im Unternehmen fit machen. Eine solche Weiterbildungsmöglichkeit bietet die BBS 1 Northeim an. Damit eröffnen wir Absolventinnen und Absolventen einer kaufmännischen Berufsausbildung die Chance, im Unternehmen aufsteigen oder die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern zu können. Andererseits können Unternehmen unser Bildungsangebot zur aktiven Personalentwicklung nutzen.

Der Erwerb von Fach- und Führungskompetenzen steht im Mittelpunkt

Die Fachschule Betriebswirtschaft qualifiziert vor allem für die Übernahme von Führungsaufgaben und soll die Bereitschaft zur beruflichen Selbstständigkeit fördern. Umgesetzt wird diese Zielvorgabe bei uns mit Hilfe verschiedener Module. Neben dem berufsübergreifenden Lernbereich mit Modulen in den Fächern Deutsch/Kommunikation, Englisch/Kommunikation, Mathematik sowie Politik zeichnet sich der berufsbezogene Lernbereich vor allem mit Modulen zu den Inhaltsbereichen betriebliche Kern- und Supportprozesse, steuerrechtliche Bestimmungen, Controlling, Jahresabschluss, Personalwirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftsinformatik und Projektmanagement aus. Hinzu kommt die Wahlmöglichkeit zwischen zwei Zentralfächern. Hier bieten wir zum einen Marketing/Absatzwirtschaft und zum anderen Außenwirtschaft.

Der Unterricht findet an drei Tagen in der Woche außerhalb der üblichen Arbeitszeit statt. Hinzu kommen einige Samstagstermine. „Die Lerngruppen wachsen während des dreijährigen Bildungsganges eng zusammen, die Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, ist sehr groß. Mit Schule im klassischen Sinne ist der Unterricht nicht zu vergleichen, vielmehr ähnelt das gemeinsame Lernen einem Studium an einer Hochschule“, weiß Susanne Westphal zu berichten. Sie ist Teamleiterin der Fachschule an der BBS 1 und unterrichtete in der Vergangenheit in einer Fachschule Betriebswirtschaft in Hessen.

Hoch anerkannter Abschluss auf Bachelor-Niveau – Masterabschlüsse möglich

Nicht nur die Arbeitsweise erinnert an ein Hochschulstudium. Der Abschluss staatl. geprüfter Betriebswirt/staatl. geprüfte Betriebswirtin ist auf Niveaustufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) einzuordnen. Dies ist die erste Hochschulstufe, also die Stufe des Bachelorabschlusses. Die Absolventen der Fachschule können die besuchten Module an Hochschulen anrechnen lassen. Wie viel Prozent die Hochschule tatsächlich anrechnet, muss entsprechend erfragt werden.

Die wichtigsten Fragen:

  • Ist der Zugang zur Fachschule Betriebswirtschaft allen Schülern möglich?/Was muss man für Eingangsvoraussetzungen mitbringen?

Jeder Schüler, der den Sekundarabschluss I – Realschulabschluss (oder einen gleichwertigen Abschluss), den Berufsschulabschluss erworben und eine kaufmännische Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, kann in die Fachschule Betriebswirtschaft aufgenommen werden. Die Berufsausbildung kann durch eine mindestens siebenjährige Berufstätigkeit im kaufmännischen Bereich ersetzt werden. Außerdem muss eine mindestens einjährige kaufmännische Berufstätigkeit nachgewiesen werden. Die Berufstätigkeit während des Besuches der Fachschule ist hierfür aber ausreichend. Das heißt kaufmännische Absolventen können unmittelbar nach ihrer Abschlussprüfung die Fachschule besuchen, sofern sie in einem Beschäftigungsverhältnis stehen.

  • Wie lange dauert die Ausbildung

Wir bieten die zweijährige Vollzeitform in der dreijährigen Teilzeitform an.

  • Mit welchem Abschluss beendet man die Ausbildung?

Der Abschluss lautet staatlich geprüfte Betriebswirtin/staatlich geprüfter Betriebswirt. Er ist im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf der Niveaustufe 6 angesiedelt. Dies entspricht der ersten Niveaustufe im Hochschulbereich (Bachelorabschluss). Außerdem erhalten die Absolventinnen und Absolventen die allgemeine Hochschulzulassungsberechtigung (Berechtigt zum Studium an Universitäten) und die Fachhochschulreife. Der Abschluss gewährleistet zudem einen einfachen Übergang zur Hochschule (Anrechnung der erbrachten Leistungen an Hochschulen).

  • Was kostet die Ausbildung?

Schulgeld wird nicht erhoben. Die Ausbildung ist somit kostenlos. Lehrmaterialien müssen selbst bezahlt werden.

  • Muss der Arbeitgeber zustimmen, wenn man die Schulform besuchen möchte?

Die Schule verlangt keinen Nachweis der Zustimmung, dies ist Sache des  Schülers/Arbeitnehmers. Viele Unternehmen nutzen das Angebot jedoch, um aktive Personalentwicklung zu betreiben. Die Fachschule Betriebswirtschaft ist für Unternehmen eine hervorragende Möglichkeit kaufmännische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Ziel der Weiterbildung ist es vor allem Fachkräfte zu befähigen, Führungsaufgaben in Betrieben, Unternehmen und Verwaltungen zu übernehmen und selbstständig verantwortungsvolle Tätigkeiten auszuführen. Der staatlich geprüfte Betriebswirt kann also verantwortungsvolle Aufgaben im mittleren und gehobenen Management übernehmen. Dazu gehören vor allem Tätigkeiten wie Planung und Gestaltung betrieblicher Entscheidungsvorgaben, festlegen und optimieren von Organisationsstrukturen im Betrieb und Zielvorgaben für Abteilungen formulieren und durchsetzen sowie die Übernahme von Personalverantwortung. Durch die berufsbegleitende Teilzeitform ergibt sich die Möglichkeit, Theorie und Praxis in hervorragender Weise miteinander zu verbinden. Zum einen können also Unternehmen diese Weiterbildungsmöglichkeit als Instrument aktiver Personalentwicklung nutzen und auf der anderen Seite können die Arbeitnehmer ihre Perspektiven im Unternehmen verbessern und leicht ein (berufsbegleitendes) Studium anschließen.

  • Wann findet der Unterricht statt (zeitliche Ausdehnung)?

Insgesamt müsse über den Zeitraum von drei Jahren 2.400 Stunden unterrichtet werden, wobei in den 2.400 Stunden Selbstlernphasen enthalten sind. Die Unterrichtsorganisation an der BBS 1 Northeim sieht derzeit so aus, dass an drei Tagen in der Woche (dienstags, mittwochs und donnerstags) jeweils 5 Stunden in der Zeit von 17:00 Uhr bis 21:15 Uhr unterrichtet wird. Hinzu kommt hin und wieder Unterricht am Samstag.

Siehe auch: 

Präsentation

HNA vom 15.01.2019

Interview (eigener Bericht)

Info-Blatt